Das Haus in der spätmittelalterlichen Stadt 03.07.2016 21:58

Die Häuser der spätmittelalterlichen Stadt unterscheiden sich von den Häusern der vorigen Epochen vor allem dadurch, dass sie aus Stein erbaut wurden. In den eng bebauten Städten wurde so im Laufe der Zeit einer ganz elementaren Gefahr vorgebeugt: dem Feuer. Feuer in allen möglichen Größen und Formen war damals das einzige Mittel für die Wärmeerzeugung sowie für die Beleuchtung von dunklen Räumen und Straßen. Brände waren vielleicht nicht an der Tagesordnung, aber dennoch häufiger als in späteren Epochen. Neben dem Feuer war auch das Wasser ein großes Thema: wer keinen Brunnen im Haus bzw. Keller hatte, der musste einen öffentlichen Brunnen nutzen.

Wie man es heute noch in Altstädten und teilweise in Dörfern sehen kann, waren die Fenster der Häuser des Spätmittelalters recht klein. Die Räume im Inneren also dunkel – vor allem im Winter und an wolkenbehangenen Tagen. Gekocht wurde am offenen Feuer oder im Kamin. Neben Wasser gab es als Getränk höchsten Tee, manchmal Bier, nur bei Reichen auch Met (Honigwein). Ein Bad im modernen Sinne gab es nicht, höchstens Schüsseln oder Krüge mit Wasser und Waschlappen, mit denen man sich reinigen konnte. Der Toilettengang geschah auf einer Latrine, die abseits des Wohnhauses stand und meist mehreren Familien gehörte.

Große Unterschiede gab es bei Handwerkerhäusern und Bürgerhäusern. Zum Beispiel hatten die Fenster der Bürgerhäuser helleres Glas, wohingegen die Handwerker grünliches oder braunes Glas oder sogar nur Stoff in den Fenstern hatten. Auch waren die Wände der Innenräume von Bürgerhäusern öfter gestrichen, selten auch vertäfelt, was eine bessere Dämmung versprach. Neben Schlafzimmern mit teils mehreren Betten gab es im Bürgerhaus auch die „gute Stube“, die ebenfalls eine üppigere Möbelausstattung vorweisen konnte. Auch Kachelöfen waren im Spätmittelalter schon bekannt und in Benutzung. Eine Besonderheit der Bürgerhäuser: ein eigener Abort mit gemauerter Unratgrube.

Die Stadtbürger waren also schon als reich anzusehen. Vor allem im Spätmittelalter und mit Beginn der Neuzeit verschmolzen Bürgertum und Adel sowie Bürgertum und Kirche – was sich auch auf den Reichtum auswirkte. So konnten sich nun auch Bewohner und nicht nur Herrscher der Stadt Honigwein respektive Met leisten. In der guten Stube gab es sicher auch einen guten Schrank zur Aufbewahrung des Honigweins. Neben dem alltäglichen Ton- und Holzgeschirr wurden die edlen Zinnbecher sicher gern mit Met gefüllt. Heute sind Trinkhörner wieder in Mode, die es neben verschiedenen Sorten Honigwein ebenfalls beim Met Onkel zu kaufen gibt. Schauen Sie doch einfach mal im Shop vorbei und lassen Sie sich überraschen!


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