Der Wald als wirtschaftlicher Faktor im Mittelalter 07.06.2016 19:05

Im Laufe des Mittelalters verschwanden viele Waldflächen und teilweise sogar ganze Wälder. Bis ein Wald aber aufgrund seines Holzes gänzlich abgenutzt wurde, gab es noch verschiedene andere Arten ihn in Einklang und ohne weiteren Schaden für wirtschaftliche Zwecke zu verwenden. So gab es bis zum Spätmittelalter keine reine Viehhaltung auf einer freien Weidefläche. Rinder und vor allem Ziegen und Schweine wurden regelmäßig nicht nur auf Wiesen, sondern auch im Wald gehalten, da der dortige Laubboden ihnen ebenfalls als Nahrung diente. Auch belegt ist die sogenannte Eichelmast, bei der Schweine vermehrt in Eichenwälder getrieben wurden.

Für den Ackerbau war es dann aber schon notwendig, Waldflächen zu roden und den Boden urbar zu machen. Allerdings wich man, wenn möglich, auch gern auf Flächen aus, die einfacher nutzbar zu machen waren. Bäume und vor allem deren Wurzeln nur für den Ackerbau zu entfernen war wesentlich schwieriger als andere Flächen mit nur leichtem Unterholz oder mit Kräuterbewuchs urbar zu machen. Stand allerdings die Rodung aufgrund von Bau- und Brennholzgewinnung an, dann war die zukünftige Nutzung der Fläche im Grunde schon für bäuerliche Tätigkeiten besiegelt. Wohin kaum ausgewichen wurde, waren Flussufer. Diese wurden aufgrund des Lehmbodens, der sich aus Überschwemmungen ergab, gemieden.

Vor allem vor der Kultivierung von Hopfen und den anderen Zutaten für Bier sowie dessen Herstellung und Verbreitung im größeren Maße war der Honigwein in Mode. Bereits die Wikinger und Germanen wussten den auch Met genannten Honigwein zu schätzen. Im Mittelalter verlor er mit der Zeit an Bedeutung, des Bieres und Traubenweines wegen, aber er führt uns ebenfalls in den Wald. Denn dort wurden die für die Imker wichtigen Bienen und deren Honig gefunden. Später wurden die Bienen gewissermaßen domestiziert und in Stöcken gehalten, die mehrfach verwendbar und schleuderbar waren. Der Beruf des Imkers war von der frühen Antike bis übers Mittelalter hinaus angesehen.

Neben den genannten Wirtschaftsfeldern war der Wald auch ein wichtiges Gebiet für Heiler und Kräuterfrauen. Denn auch die Wälder versorgten jene Leute mit den unterschiedlichsten Kräuter- und Heilpflanzen. Einige wurden im Einzelfall auch dem Honigwein beigemengt, da dieser nicht nur aus Genuss, sondern auch als Medizin genutzt wurde. In Verbindung mit den unterschiedlichsten natürlichen Stoffen konnte Met also für die innere und äußere Anwendung genutzt werden und heilend wirken. Heute vertreibt der Met Onkel den Honigwein vor allem als Genussmittel – aber auch er weiß den vergorenen Honig mit leckeren Beigaben zu veredeln. Schauen Sie mal rein!


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